Nrº51 september 2012 mit dem leben gelernt (8) Dass ich mir eines Tages plötzlich eingestehen muss, dass ich doch nicht alles erreicht habe, was ich erreichen wollte: Ich lebe in ewiger Angst. -- Achte darauf, dass alles was du tust, nachhaltig wird und nachhaltig bleibt. Denn alles was du tust, bist und wirst, wird dir im aktiven Leben niemals vollständig anerkannt. Man kann also sagen, dass dein Leben nach deinem Tod beginnt. Zumindest für die anderen. -- Ich habe mich in diese eine Frau verliebt, werde es ihr aber nicht sagen. Es ist eigentlich nur ein einziger Satz, mit welchem innerhalb weniger Augenblicke geklärt werden kann, ob ein weiteres Sehnen überhaupt Sinn macht oder ob ich mich nur in einen hässlichen und einsamen Monolog verwickle. Genau diese nüchterne Betrachtung hält mich paradoxerweise vom rationalen Handeln ab. Aus Angst vor der Wahrheit und aus Liebe zur mystischen Unwissenheit. -- Aphorismen reifen unter dem Leid des Lebens. -- Ich werde mich vom Leben wie auch von meinem dummen Umfeld wohl nie erholen. Dabei darf nicht vergessen werden, dass dabei ich den Kreis der Dummen bilde.nach oben Nrº44 ich, irgendwann Ich antwortete letztens auf wunderbare Worte einer längst vergessenen Zeit: Es gibt Tage, die erdrücken mich mit ihrem belanglosen Dasein. Es gibt Tage, die sind so wie sie sind - und ich versuche aus dem Nutzlosen etwas zu formen. Zwar immer schwer bepackt mit einseitiger Melancholie, aber so soll es eben sein. Und dann gibt es diese Minuten. Diese Momente. Ich wage zu behaupten, dass dieses Erlebnis einem höchstens drei oder vier Mal im Leben widerfährt. Der Tag, welcher eben diese Kurzzeit versteckt bei sich trägt, er ganz unauffällig den Weg entlang spaziert, plötzlich vor mir steht und mich wissen lässt: Jetzt wird alles schön. Genau das ist passiert, als ich Ihre Zeilen las. Ich hab sie sogleich noch einmal gelesen. Und noch einmal. Doch die Sätze veränderten sich nicht. Sie blieben an ihrem wunderschönen Platz. Lang ist's her, meine Liebe. Und Sie sind so erwachsen geworden - wie tollkühn Sie mir hier mit ihren Worten in meinem Kopf herumschneiden. Ich sage Danke. Danke. Danke. Ich fühl mich verloren durch die Tage getrieben, die letzten Wochen waren überzogen von einer einsamen Pest und ich bekam sie nicht gebändigt - trotz Frühling und Sonne. Ihre Worte sind also ein Gegenmittel, welches anschlägt. Was für ein Tag! Ich genese in Ihren Sätzen. Ich walle in Freude. Zwar nur zwölf Zeilen lang, doch wie bereits erwähnt: Dieser Moment existiert nur sehr selten im Leben, ich genieße diese kurze Liebelei also in vollen Zügen. Ich beende meinen Brief an Sie voller Stolz: Ich bin glücklich, gerade eben. Verloren und gefunden zugleich, ganz bestimmt aber mit einem liebsten Gruß.nach oben Nrº45 ich, april 2009 Nur wer sich sehnt, bleibt schaffend. -- Die Dummheit ist glücklich. -- Als die große Liebe von mir ging, starb etwas in mir. Und seitdem ist alles um mich herum in Nebel getaucht. Ich bin zu einem gefühlskalten Monster mutiert und bekomme stets einen neuen Hass auf sie, denn sie nahm mir die Hingabe, das Vertrauen und füllte mich mit unendlicher Apathie. Ich geb ihr die Schuld für meine Unfähigkeit. Unfähig zu lieben. Und irgendwann -so bin ich mir sicher - werde ich auch des Lebens unfähig sein. Und anstatt mich mit meinen Trümmern allein zu lassen, versucht sie immer wieder in mein Leben einzudringen, will in meiner Verzweiflung herumstochern, will Vergangenes immerfort in den Mund nehmen um ihre erschlagende Macht zu erhalten. Ich will rennen bis ans Ende der Welt. -- Ich nehme mir den Hochmut und behaupte tatsächlich, den Unsinn des Lebens gefunden zu haben: Er liegt in der Erwartung der Glückseligkeit. Denn sie ist die widersprüchlichste Täuschung in Perfektion. Glaubt man, sie gefunden zu haben, wird man unzufrieden mit ihr. Verlässt sie einen nur wenige Stunden, sehnt man sich nach nichts mehr als nach ihrer schillernden Anwesenheit. nach oben Nrº51 am Strand "Der Atheismus ist ein Zeichen der Geistesstärke, jedoch nur bis zu einem gewissen Grade." Blaise Pascal - Vom Glück und Elend des Menschen Dieses Buch ist Pflicht für jede Rotznase, welche glaubt, das Leben durchschaut zu haben und dennoch mit unzufriedener Manier durch die Welt schreitet.nach oben Nrº49 ich, damals mit meiner ersten Liebe Wir waren in einem Haus, einem großen Haus mit viel Platz und großen Wiesen ringsherum. Ich war mit ihr seit einem Monat zusammen, sie war meine erste richtige Freundin. Wir standen auf dem Balkon und rauchten eine Zigarette. Es war glühend heiß, die Sonne brannte erbarmungslos auf den Betonboden. Wir standen barfuß abwechselnd auf einem Bein um uns nicht zu verbrennen. Sie hielt mich alle zwei Sekunden am Arm, damit sie nicht umkippte. Die Schindeln an der Hauswand rochen nach warmem Holz und waren von der Sonne schwarz gebrannt. Das kupferrote Geländer durfte man nicht anfassen, ansonsten hätte man sich Verbrennungen höchsten Grades eingeholt. Sie lachte, warf die Zigarette über den Balkon und sprang in das Zimmer zurück. Drinnen war es kühl und ein Windzug machte den Aufenthalt angenehm. Sie küsste mich und zerrte mich nach unten in den schattigen Garten. Alles war offen und so warm. Der Rasen war frisch geschnitten, wenn man ihn betrat hatte man kurze Grashalme zwischen den Zehen. Wir liefen weiter, auf die große Wiese weiter hinten. Das Gras war dort unberührt und hüfthoch. Sie lag sich kichernd mitten in die Wiese. Ich lag mich neben sie. Es war ein Steilhang und die Wiese war riesig. Man hörte die Grillen direkt neben dem Ohr zirpen. Wir küssten uns. Ihre Haut war heiß und trocken. Wir lagen da, sicherlich eine Stunde und ließen uns von der Sonne verbrennen. Erst als sie hinter ein paar Wolken verschwand, setzten wir uns auf. Leichtes Schwindelgefühl überkam mich und ich hatte orange-rote Farben vor meinen Augen. Wir standen auf und gingen zurück ins Haus.geschrieben und zurückgedacht, 2003 nach oben Nrº46 ich, in Liebe Denn: Um so schöner der Anfang desto schwieriger wird die Fortsetzung. -- "Die Welt um mich herum ist auf zwei, drei Schritte zusammengeschrumpft. Halbherzig erledige ich alle Dinge, nur um so schnell wie möglich in Deiner Nähe zu sein. In meinem Kopf existiert nichts mehr ohne Dich. Das beginnt bei der Tasse Kaffee am Morgen und endet beim Kopfkissen zurechtrücken am Abend." Stefan, wenn er verliebt war. -- Es fällt mir schwer, ein "das hab ich noch nie erlebt" hinzuzufügen. Ich möchte, dass kein einziges Wort von mir, welches ich an Dich richte, abgedroschen und klischeebehaftet klingt. Ich möchte Dir eine absolut einzigartige Hingabe schenken. So fällt mir nichts einfacher, als Dir zu schreiben, an Dich zu denken, oder ein paar Töne für Dich zu spielen. Dafür ist das Leben an sich zu einem schwierigen Unterfangen geworden, welches mich ohne deine Anwesenheit beinahe erdrückt.Stefan, wenn er verliebt war. nach oben Nrº47 ich, auf der couch Die Liebe des Lebens erkennt man erst am Ende des Lebens. Alles andere wäre eine voreilige Behauptung. Schlimm genug, wenn man dann sagen muss, man hat sie nie getroffen, gibt es aber eine noch wesentlich schlimmere Tatsache: Wenn man erkennt, dass die Liebe des Lebens eine längst vergangene war und man sie hätte nicht gehen lassen sollen. Zum Glück erlebt man diese Schmach aber erst ganz am Schluss. Kurz vor dem großen Ende.nach oben Nrº42 ich, mit der zeit Sie nannte mich "ein emotionales Monster". Ich hatte sie falsch verstanden, so nannte sie das Bier. Mein neuer Name soll es trotzdem sein. -- Jeden Tag versuche ich erneut etwas zu beweisen. Ich weiß nur nicht wem. -- Ich wäre am liebsten mit gar nichts im Niemandsland. Wenn ich meine Liebe dabei hätte. -- Sie: "Schreiben Sie eine Heiratsanzeige! Jeder kann eine Liebe haben, wenn er will." Ich: "Verarschen ist ein Vergnügen, welches ich nur mir selbst bereite. Sie: "Ich versuche nicht, Sie zu verarschen. Ich versuche lediglich, Sie auf die kleinen Dinge im Leben aufmerksam zu machen. Kleine Dinge, die glücklich machen können, wenn man sie nur sieht." Ich: "Pah. Ich will die ganz große Liebe. Jetzt sofort!" Sie: "Wie wollen Sie ein solch großes Projekt wie die Liebe bewältigen, wenn Sie die kleinen Liebesdinge nicht beherrschen?" nach oben Nrº43 ich, april 2009 worte anderer, ganz fasziniert Das Leben geht keinen Schritt, ohne andere zu schlagen; mein Leben nicht, ohne andere zu schlagen : vulnerant omnes, ultima necat (alle verwunden, die letzte tötet) - las ich auf den Stunden einer Sonnenuhr. aus: Gottfried Benns offener Brief an Pohl.nach oben Nrº41 ich, mit der zeit Mit Schrecken musste ich heute Morgen feststellen, mit welcher Belanglosigkeit ich den Tag beschreite. Wenn andere gerade sehen könnten, wie gelangweilt ich ihnen meine Aufmerksamkeit schenke, würden sie mich ohrfeigen wollen. Ich empfinde nichts in meinem Dasein, versuche verzweifelt meine Resignation in der Arbeit zu ertränken. -- Ich muss mich mehr um die Menschen kümmern, die sich bemühen mich zu lieben. Weil diese Menschen nicht aus meinem Freundeskreis stammen (dessen Existenz ich Tag für Tag mehr bezweifle), verschmäh ich zu oft die Situation und übersehe die wunderbare Hingabe manch wunderbarer Wesen. -- Es gibt Tage, da wär ich verdammt noch mal gerne verliebt. nach oben Nrº40 ich, mit der zeit An der Öffentlichkeit muss man alles rechtfertigen. Die da draußen durchschauen nämlich rein gar nichts. -- Glumm schrieb drüben : "Schreiben sollte doch ein Freund sein", dachte ich, "der neben einem am Tresen steht und mit dem man sich gutgelaunt die Bälle zuwirft." Solange ich das nicht auf die Reihe kriegte, blieb ich ein Trinker, ein Kiffer, ein Junkie, ein verdammter Tunichtgut, der ab und an ein paar zornige Zeilen aufs Papier brachte, wenn ihm die Frau weglief. Mehr nicht. Das mit den Frauen kenn ich. Und das mit dem Trinken. Und ein Tunichtgut bin ich auch. Ich mag den Glumm.nach oben Nrº39 ich, märz 2009 Zweifeln ist meine Lieblingsspeise. Ich krieg nicht genug von ihr. Und das allerschlimmste: sie macht nicht satt. -- Als Stewart nicht mehr so sein wollte, wie er war, beschloss er sich zu ändern. Er ging nach Hause und legte sich in sein Bett. Mit dem nächsten Morgen, so beschloss er, würde er sein restliches Leben als neuer Mensch beschreiten. Als er am nächsten Tag die Menschen freundlich grüßte, erntete er lediglich abfällige Blicke. Er versuchte mit Hilfsbereitschaft andere zu unterstützen, aber auch dort stieß er auf kalte Ablehnung. Nicht einmal die Bedürftigen interessierten sich für sein Mitleid. Nach zwei Tagen beschloss Stewart, wieder so zu sein wie früher. Denn als einer von ihnen lebt sich das Leben viel leichter. Nach einem Jahr erinnerte sich Stewart an seinen zweitägigen Lebensabschnitt und lächelte müde. Ein junger Mann lief an ihm vorbei und nickte ihm freundlich zu. Das erinnerte Stewart noch stärker an seinen gescheiterten Versuch und er blickte dem jungen Mann traurig ins Gesicht. Aufgrund Stewarts Reaktion beschloss sich dieser kurzerhand nicht mehr freundlich zu sein und ging mit leerem Gesicht die Straße weiter. Möchte sagen: Bitterkeit ist stets unser gemeinsamer Nenner. -- Ich verliere mich ständig in diesen Frauen und komme immer noch zerfallener zurück. Da wird nicht mehr viel von mir übrig sein, wenn die Richtige dann vor mir steht. -- Die Zeit vor und nach der Liebe ist die Zeit des Schaffens. Realistisch gesehen sollte man niemals Liebe finden, denn nur ohne sie ist man eine kreierende Persönlichkeit. Mit ihr wird man nur faul und träge, beinahe lethargisch.nach oben Nrº38 ich, jederzeit Ich bin momentan sehr glücklich allein unglücklich.nach oben Nrº18 - ich, 16th December 2007 Plötzlich merkt man, dass man eigentlich nur zur Hälfte gelebt hat. Man spürt in sich den Platzhalter, welcher erst nach dieser Begegnung zum Leben erwacht. Das Verliebt-Sein ist in seiner reinsten Form vom Wahnsinn nicht zu unterscheiden. Man möchte Millionen Zeilen schreiben, unverblümt und verwirrend, eben wie ein Irrer, welcher sich zu behaupten versucht. Plötzlich glaubt man den Standort seiner Seele genau definieren zu können, die Sehnsucht strahlt mit aller Kraft in der Brust, man möchte am liebsten zerspringen. Plötzlich verstehe ich mein Umfeld noch weniger als vorher, bin aber nun mit dem Bewusstsein beflügelt, dass jemand da draußen dasselbe erfährt wie ich. Und wer wirklich dieses unsägliche Glück erfahren hat, er nicht auf taube Ablehnung gestoßen ist und seine ganze Sehnsucht ausschütten darf, er sich in Gegenwart seiner Liebe zwar vollendet aber doch wie ein Kind benehmen kann, dann hat er, neben dem mächtigsten Gefühl der Welt, welches von nichts betäubt werden kann, den Schlüssel der unendlichen Hingabe gefunden. Man weiß seine Gedanken nicht mehr zu besänftigen. Berauscht von goldener Hingabe, welche man nie wieder missen möchte, sie einen zu einem Dieb werden lässt, man blind durch den Alltag wandelt und man am liebsten nur noch ihre Luft atmen möchte, muss man bekennen: Man ist zu nichts mehr fähig. nach oben Nrº10 - ich, 10th September 2007 Der Schlaf in seiner schlimmsten Form. Gedanken ordnen ist eine Kunst, beinahe ein Handwerk, welches zu verstehen mir bisher verwehrt geblieben ist. Wer vor dem Zubettgehen einen klaren Kopf besitzt, ist ein wahrer Glückspilz. Wenn die Nacht beginnt und ich die Augen schließe, beginnt ein neues Kapitel. Zuerst plagt mich das sogenannte Restless-Legs-Syndrom, die unruhigen Beine. In manchen Nächten wünscht ich mir, ich könnte sie abtrennen, damit ich dieses Gefühl endlich loswerde und in einen gesunden Schlaf fallen könnte. Ich drehe und wende mich in diesen Nächten wie jemand, der gerade von Alpträumen gepeinigt wird, welche aus den Tiefen der Hölle gesandt wurden. Und da gibt es noch ein weiteres Problem. Ich durchlaufe vor dem Schlafengehen kein besonderes Prozedere, ein bestimmten Zyklus oder Rhythmus. Ich gehe zu Bett, wenn mir danach ist. Ob ich davor lese, schreibe oder mich in die Filmwelt versetze ist von Tag zu Tag unterschiedlich. Doch sobald die Zähne geputzt, das Gesicht gewaschen, die Decke gerichtet, das Fenster gekippt, das Polster ausgeklopft, der Alarm gestellt, die Fernbedienungen von der Bettkante gestoßen, das Wasserglas leer und das Licht ausgeknipst ist, dreht sich das Periakt und das Gewitter beginnt. Die Gedanken fahren aus ihren Verstecken, tagsüber haben sie sich zwar im Hintergrund gehalten, doch trotzdem mit jeglicher Informationen vollgesaugt. Sie haben ihre Energie gespart, agieren in allen erdenklichen Formen und machen mich damit in der Nacht zu einem verlorenen Irren. Tatsächlich ist mir das Wort "Abschalten" völlig unbekannt. Wie schon einmal beschrieben, besitzen Gedanken im Dunkeln eine zusätzliche Macht. Sie sind drückend, sie belasten und es scheint, als wären die kleinsten Alltagsprobleme nicht mehr zu bewältigen. Und dadurch, dass sie niemals alleine auftreten, ihre geballte Kraft durch ihr Rudel einem beinahe die Luft raubt, ist die Nacht bereits seit langer Zeit keine Erholung mehr. Manchmal setz ich mich auf und schüttel den Kopf, um wildgewordene Gedanken zu vertreiben. Wer jetzt an meinem Verstand zweifelt, hatte wohl noch nie solch verbissenes Gedankengut zu verarbeiten. Schlaue Bücher über den Schlaf, Tee und beruhigende Musik waren Selbsttherapien, welche ich bereits erfolglos angewendet habe. Nun gibt es einen nächsten Hoffnungsschimmer, an den ich mich klammere: Sport. Ab heute Abend wird geschwommen. Vier Mal die Woche, immer eine Stunde. Ich sage meinem Schlaf den Kampf an. nach oben Nrº37 ich, 2009 Als wir auf der Terrasse lagen, lernte sie aus dicken Medizinbüchern, während ich in einem gebrochenen Liegestuhl zu lesen versuchte. Der Wind machte mir dabei Schwierigkeiten und zerzauste stets meine Konzentration. Die Sonnenstrahlen verbündeten sich an diesen Tagen oft mit dem Wind, ich erinnere mich, die Nächte meist mit einem Sonnenbrand verbracht zu haben. Sie blickte auf. "Hör mal!" sagte sie. Ihre Finger wanderten zu einer kurzen Textpassage. "Der Schlaf ist wie eine Taube: streckt man die Hand ruhig nach ihr aus, setzt sie sich darauf; greift man nach ihr, fliegt sie weg." Heute würde ich ihr antworten, dass man hier den Schlaf wohl mit der Liebe gleichstellen könnte.nach oben Nrº36 ich, April 2006 Die Zeit schreitet langsam und unaufhörlich. Sie bleibt nicht stehen, auch wenn es manchmal so erscheint, sie macht nichts schöner und sie macht nichts besser. Die Zeit macht nur erfahrener und älter. Die Tage schwinden, die Jahre gehen und an manchen Tagen spüre ich ihre unendliche Kraft, ihr Stampfen, ihre - über jeglichen Horizont reichende Macht. Ich merke wie sie mich langsam hässlich macht, wie sie mir die Angst in die Adern pumpt und sie die Zuversicht in meinem Innersten an einen entlegenen Ort entführt. Sie tötet mich irgendwann, ich weiß, dagegen kommt niemand an. Mit sadistischem Hochmut krallt sie sich tief in mein Fleisch, zeigt mir, wie sehr sie mich kontrolliert. Und wenn dann und wann meine Gedanken in ihre kalten Hände fallen, überkommt mich die Panik. Ich habe Chance für Chance verspielt, alles ist im Nichts zerronnen. Nun bin ich auf einem falschen Spielfeld gelandet. Meine ehemaligen Mitspieler sind nicht mehr, haben ihren richtigen Zug gemacht und sind abgestiegen. Sie lieben nun ihr gefundenes Glück, ihre Liebe und ihr Leben. Auf meinem Spielfeld, auf dem komplett falschen und viel zu absurden Spielfeld finden sich nun neue, junge Mitstreiter. Ich mag sie nicht, sie mögen mich nicht, ich fühl mich schwach und hilflos. Ich suche Halt bei schönen Wesen, vergrabe mich in ihrer frischen, fröhlich leuchtenden Art und suche mit hungrigen Augen in den ihrigen nach Liebe und Zuneigung. Sie täuschen Freude vor, entfachen in mir falsche und kalte Feuer, schicken die Tentakeln der Zeit heimlich in meinen Körper und zeigen mir, dass ich auf diesem Spielfeld in Wirklichkeit schon lange nichts mehr verloren habe. Ich gehe über in ein sattes Schwarz, dort fühl ich mich wohl und unbemerkt. Ich kann die fröhlichen Lichter am weiten Horizont entdecken und plötzlich wünsche ich mir eine neue Partie. Für dieses Glück jedoch müsste ich in die Vergangenheit zurück, - sinnlos: Es hat keinen Sinn dieser nachzuweinen. So küss ich in Gedanken deine, mir noch unbekannte Stirn und hoffe indes auf das Spiel meines Lebens - auf das letzte, schönste, längste und beste Spiel von allen. Dort werde ich dann mit meinen alten Mitspielern vereint sein und kann endlich dem schönsten Licht von allen gegenüberstehen. Unsere Seelen werden sich vereinen und ich werde glücklich sein.nach oben Nrº35 ich, märz 2009 aus dem Leben gegriffen Was du liebst und was du begehrst. Findest du beides in einem Menschen, ist es die Liebe deines Lebens. -- Weil ich alleine bin: Lese ich Leidensgeschichten anderer und fühl mich mit ihnen besser. -- Ich bin ein Falschmacher. -- Sie zu mir: "Sonst kommst du eben einmal zu mir auf die Interne. Da stellt man dir dann den Blutdruck ein und du wirst durchgecheckt." Ich: "Das geht doch gar nicht. Da muss man zuerst zum Hausarzt, oder? Oder ich schlag mir eine Flasche über den Kopf und lauf dann zu dir ins Krankenhaus!" Sie: "Ja. Aber nur wenn der Hausarzt dir eine Überweisung schreibt..." Ich: "Eine Überweisung schreibt der sicher nicht. Ist ein Nazi!" Sie: "Ja dann. no chance." Ich: "Dieser Staat. Schaut mir kalt beim Sterben zu." Sie: "Tut mir leid." Ich: "Ich ruf mal die Dicke von RTL an, die soll mein Leben schöner machen!" Sie: "Gut, sag ihr einen lieben Gruß von mir." Ich: "Nein!" Sie: "Wieso nicht? " Ich: "Ich werde sie grantig erwarten. Wenn ich dann Grüße ausrichten würde, wäre ich kein glaubhafter Miesepeter mehr!" nach oben Nrº34 ich, februar 2009 Ganz kurz gibt es dann und wann einen Lichtblick in meinem Kopf. Es ist, als würde ein einziger Gedanke durch den Körper schießen, dabei alles in Bewegung setzen und mit Energie versorgen - mein müdes Dasein wird für wenige Augenblicke von sorgloser, undefinierbarer Freude umhüllt. All das dauert nur wenige Sekunden und zählt trotzdem zu meinen wichtigsten Erlebnissen. Es dauert Jahre, bis man merkt, dass diese wenigen Sekunden die eigentlichen sind. Zuerst übersieht man sie aus Leichtsinn, dann ignoriert man sie aus Übermut und später versucht man sie verzweifelt wiederzufinden - wieder zu erleben. Doch wie in allen Lagen dieser mühseligen Wiederholungen ist es auch mit dieser kurzen Schönheit glücklicher Zeit: Sie liebt es zu überraschen, hinterlässt keine Spuren und besteht auf spontane Intuition. -- Kurzum: Kaum hat das Volk nichts mehr zu feiern, fängt es an zu jammern. -- Ich ging den Weg entlang und in mir machte sich eine solch herrliche Bedeutungslosigkeit breit, ich hätte die ganze Welt umarmen können. Alles war mir plötzlich unwichtig und ich fühlte mich frei. Ich schloss die Augen und flog mit Pathos über die Dächer. -- Obwohl du nie da bist, vermiss ich Dich. Ich beginne in Gedanken Möglichkeiten zu Realitäten heranwachsen zu lassen und verliere mich in einer zeitlosen, unverblümten Fiktion.nach oben Nrº33 - ich, februar 2009 "warum bist du nicht einer von element of crime geworden?"- schmeicheleien, mailauszug -- Der Träumer. Wie begegnet er eines Tages der Welt? Muss er sagen: Verdammt, ich hab das ganze Leben verschlafen! Oder bemerkt er glücklich: Hey, es ist das schönste Leben welches ich mir bisher erträumen hab können! -- Such ich die Liebe oder suche ich verzweifelt nach der Bedeutung von Menschen geschaffenem Unsinn und zermartere mir dabei umsonst den Kopf? -- I Drink Much More Than I Ought To Drink Because It Brings Me Back You jeff buckley -- Als ob ich eine Türe öffne und mich mit einem Schritt mitten im schwarzen Universum befinde. Ich stelle mir vor, verlorener kann man nicht sein. Ich stelle mir vor, von dort aus findet man kein Ende. -- Ich werde wohl nie in meinem Leben leben.nach oben Nrº32 -ich, '03 - '04 (Retro-Edition, Gedanken aus der Vergangenheit '03 - '04 - Stoff, den die Welt nicht braucht) Das Leben besteht nur aus 1 und 1. Und wenn das nicht 2 ergibt, bist du dran.Winter '03 -- Warum müssen wir immer nach jemandem suchen? Weil wir uns einsam fühlen und glauben, da draußen würde uns jemand beobachten, möglicherweise auf uns warten? Warum glauben wir, dass uns jemand beobachtet? Wenn uns jemand beobachten würde, wären wir dann nicht gemeinsam einsam?Sommer '03 -- Die Zeit heilt keine Wunden. Sie beschenkt dich irgendwann mit Gleichgültigkeit, mehr nicht.Sommer '03 -- Könnte mir jemand meine Entscheidungen abnehmen, wäre ich glücklich, wenn jemand für mich entscheidet.Cold was the night, hard was the ground. Sommer '03 -- In einer Welt dessen purer Wahnsinn durch Hoffnungslosigkeit getränkt immer weiter auf den Untergang vorbereitet wird, scheint das normale Leben unmöglich zu sein. Trotzdem gibt es Tage, an denen wir uns an einem dünnen Faden halten und versuchen, all dem zu trotzen. In einer Zeit, dessen Vorbestimmung wie ein offenes Buch vor uns liegt, ist dies ein schwacher Trost für diesen - ach doch schwarzen Moment. Geflüchtet in einen Traum, welcher der Realität weicht wie die Sonne dem Mond, vergessen wir das Leben, welches uns geschenkt wurde, um zu Leben. Fanatismus, Gier, Unwissenheit und der schwache Wille verhelfen uns ein Monster ans Tageslicht zu tragen, welches wir, wen wir es selbst sehen könnten, auf der Stelle vernichten würden. Ist doch verwunderlich, dass man stets nach der Wende sucht? Hat doch alles seinen Platz in diesem konfusen Beisammensein. Oder sind wir schlussendlich doch nur hier, um dem anderen zu zeigen, dass wir imstande sind, ihn zu überleben?Frühling '03, schon länger her, dieses Stück. -- Das einzig traurige wird sein, wenn einer von uns zwei das Glück findet. Dann wird er verändert sein. Und unsere Gespräche werden nicht mehr so sein wie jetzt. Es wird dann niemals mehr so schön traurig, tief und sinnlich sein. Denn dann verwandelt man sich. Und fühlt in einem neuen Sein. Und da ich weiß, dass du als erstes von uns beiden diesen Weg gehen wirst, kribbelt in mir die Angst.Sommer '03 -- Wie wunderbar wäre es, wenn wir Menschen nicht miteinander reden müssten, sondern nur durch Anwesenheit unsere Gespräche führen könnten. Denn die Sprache ist die Quelle aller Missverständnisse, sagte Antoine de Saint-Exupéry und liegt damit goldrichtig.Sommer '03 -- Du wirst bald weg sein. Dann werde ich keinen Wegweiser mehr haben. Dann werde ich mich in Alkohol ertränken und damit den hässlich schwarzen Dunst aus Einsamkeit unterdrücken. Ich werde keine Lust mehr haben zu sprechen und keine Lust mehr haben, jemand anzusehen. Nur den kleinen, wandernden Schatten auf meinem Teppichboden vermag ich noch zu verfolgen. "I love you baby and I always will Ever since I put your picture In a frame"Sommer '03 - aus welchem Grund auch immer -- Wenn du lange darüber nachdenkst, du lange zögerst, du glaubst, es könnte besser werden, du glaubst, du müsstest an der Sache noch herumfeilen, dann kann es sein, dass der Zauber plötzlich verfliegt. Dann verfliegt die Spannung, die Freude und zurück bleibt ein fader Geschmack der Realität. Aus mehr wird weniger. Und aus einem Funken Hoffnung wird dann Freundschaft. Stürz dich in die Fluten. Erlebe dieses kurz andauernde Gefühl von Glück und Überlegenheit. Sätze, die für mich ein unmögliches Tun beschreiben, mir aber einfallen, wenn ich an sie denke.Frühling '04 -- Ich möchte auf einem See fischen. Er ist groß und tief, blau und kalt. Ich sitze in einem kleinen Boot aus Holz. Außer dem leisen Plätschern umgibt mich eine ewige Stille. Weiter hinten kann ich einen dunkelgrünen Waldrand erkennen. Die Sonnenstrahlen brechen sich im klaren Blau und hinterlassen gleißendes Licht. Wenn ich an Land geh, erkenne ich ein kleines weißes Häuschen, welches mit einem blauen Dach die Küste ziert. Ich geh hinein und lege meine Sachen ab. Ich höre die Türe knarzen und die Wellen rauschen. Ich lehne mich auf meinem Holzstuhl zurück und bin glücklich. April '05 Zusatzinfo Meist furchtbar und dennoch faszinierend, was man so alles denkt - mit der Zeit. nach oben Nrº31 ich, februar 2009 Dass man immer erst dann versteht, wenn man sich selbst in einer misslichen Lage befindet. Der Mensch nur zuhört und akzeptiert, solange er sich in den gleichen Problembreiten bewegt. Und die Tragödie schlechthin: Sobald er sich wieder aus seinem Tief herauswindet, bildet er sich zurück zu einem Trottel und wandelt weiter als degradierter, blinder Egoist. Der Mensch ist naiv, solange es ihm gut geht. Zumindest ist das bei mir so. -- Ich würde mich ja gerne mehr mit der Eudaimonie beschäftigen. Doch für die Glückseligkeit fehlt mir momentan das Glück. -- Erst kommt das Glück, dann der Höhenflug, dann der Realitätsverlust, dann die Hingabe, dann die Liebe, dann die Liebe, dann die Unsicherheit, dann die Überlegung, dann die Zurückgewinnung der Realität, dann der Überdruss, dann die Verlorenheit, dann der Verlust, dann der Schmerz, dann der Schmerz, dann der Schmerz, dann die Verlorenheit aufs Neue und dann der Hass. Der Hass auf alles und jeden. Der Hass in all seinen blühenden und herrlichen Formen. -- Heute schmeckt das Schreiben nach Zuckerwatte. Warme Zuckerwatte mit Rasierklingen darin. nach oben Nrº30 - ich, februar 2009 Momentan beinahe unfähig zu atmen, unfähig zu denken. -- Wenn man einen plötzlich verwertbaren Gedanken im Kopf hat, möchte man sich zum Ausschmücken zurückziehen, sich vergessen und vertieft Stunden überwinden. Der Einschlag solch monumentaler Augenblicke ist ein kostbares und zugleich seltenes Erlebnis. -- Ich komme also zum Schluss, dass ich weder suche noch finde. Ich frage zuviel und versuche etwas zu verstehen, was man nicht verstehen, sondern nur erleben kann. Ich muss damit klar kommen, hab ich mir zugestanden. -- Ratschläge haben die bequeme Eigenschaft, dass man sie gut verteilen kann. Im Umsetzen stellen sie sich aber meist recht störrisch an. -- Nach drei Sätzen schon steigt wieder dieses Verlangen hoch in meinen Kopf, vernebelt mein Hirn und betäubt meine Vernunft. Ich merke wie die Logik schwindet und ich unbeschwert federleicht werde. Dass ich es überhaupt bemerke ist möglicherweise ein Schritt in die richtige Richtung, trotzdem möchte ich das Gefühl behalten - die Vorstellung, der Träumerei zu verfallen zieht mich magisch an. Ich lerne mich immer besser kennen, bin mir täglich mehr im Klaren: Die Vernunft und die Realität sind schale Hüllen, Tag für Tag brech ich sie ein wenig mehr und betrete langsam die Welt der Unwirklichkeit, der Träumerei, der illusorischen Freiheit. nach oben Nrº29 - ich, februar 2009 Griesgram zu sein ist das Schönste. Man muss nur noch ein Fräulein finden, welches das kompensiert und dabei erblüht. -- Suchen? Ich? Niemals! Ich möchte lediglich verfügbar sein! -- Diese langen Tage bringen mich um den Verstand. Ich hab das Gefühl, aus den Minuten wurden Stunden und niemand hat mich darüber informiert. -- Alles beginnt und endet in der Wiederholung. --- In meinem sozialen Umfeld fehlt es mir nahezu an nichts, mein geistiges hingegen ist ein einziger Schrottplatz verlorener Gedanken. -- Als ich mal verliebt war, dachte ich nicht mehr an die Endlichkeit. Jetzt erdrückt sie mich. nach oben Nrº28 - ich, jänner 2009 Letztens sagte eine Dame in einer lustig-traurigen Diskussion zu mir, dass sie alles aufgegeben hätte und ihre einzige Mission noch wäre, die Welt zu retten. Wie töricht. Den eigenen Geist nicht verstehen, aber der Welt das Leben retten zu wollen ist wohl typisch Mensch. ---"Ich weiß nicht warum, aber ich werde einfach nicht schlau aus dir. Deshalb kann ich es nicht lassen, dir Fragen zu stellen, ich glaub aber, dich als Person selbst werde ich wohl nie verstehen." sagte sie neulich, wirsch und ein ein wenig kalt. Verstehen? Wer will denn heute noch verstehen? Am Ende nicht einmal ich - mich selbst. Was doch Menschen alles in einen hineininterpretieren ist immer wieder erschreckend. ---"Und merk dir eines: lieber jemand fragt nach, als ohne Worte in eine Schublade gesteckt zu werden, die nicht passt!" war ihr letzter Satz. Dem sollte man wortlos zustimmen. Doch der Schubladendenker interessiert mich einen Dreck. Soll er doch an seinen zusammengereimten Halbwahrheiten ersticken. Sein kategorisches Denken wird mich nicht weiter kümmern. --- Versteht denn hier keiner, was ich sagen will? Beinahe will ich verzweifelt kapitulieren, denn es hat keinen Zweck. Wenn ich lache, lache ich aus einem Grund, genauso wie ich aus einem anderen Grund wütend bin. Wie kommt der Einfaltspinsel auf die Idee, man könnte diese zwei Komponenten verbinden. Ich schreibe um selbst zu erleben, zu finden. Und ich will mich nicht anderen mitteilen, sondern ich will nur loswerden. Man könnte allerhöchstens sagen, dass ich teile, niemals aber mit anderen etwas zu teilen versuche. Denn nur wer gleiches empfindet, versteht auch meine Worte: ein Aufzwingen wäre somit sinnlos. nach oben Nrº27 - ich, dezember, 2007 Das es keine Regeln für die Liebe gibt: die Zeit im Gegensatz zur Liebe ein erfundener Faktor des Menschen ist, beweist mir, dass alles möglich sein muss. Alles möglich sein kann. Denn wo sind die Grenzen? Gibt es welche? Wenn ja: wer hat denn das Recht welche aufzustellen? Diese Hingabe treibt mich beinahe in den Wahnsinn. Nichts ist mehr von Bedeutung. Ich will nur noch Dich. Ich will, dass Du mich ansiehst und ich beinahe meinen Verstand verliere. Ich will, dass du deinen Kopf in meine Schulter gräbst und ich Dein Haar küsse. Ich will nur noch mit Dir sein. Wenn ich Dich halte, wird alles belanglos, ich kenne keine Angst und keine Probleme mehr. Ich erfahre völlig Neues. Wenn es eine höhere Stufe dieser berauschende Zusammengehörigkeit gäbe, dann würde das bedeuten, unsere Gemeinsamkeit wäre nicht das Finale. Wenn du die Gegenprobe machst, wirst du selbst erkennen: das ist nicht möglich. Wir sind dort, wo es nur wenige gibt. Wir sind dort, wovon Märchen erzählen. Möchte sagen: Ich bin Dein. Und ich füge bedenkenlos hinzu: Für immer.Zusatzinfo So kann man sich irren. nach oben Nrº26 - ich, september, 2007 Und weil ich mich so stark sehne, ich es in Worte nicht fassen kann, fasse ich mich selbst und verliere den Verstand. Ein Nachmittag, einsam zwischen bunten Blättern des Herbstes kann zu einer Tragödie der Gefühle werden. Eine Talfahrt zwischen himmlischer Zuversicht und einer verheißungsvollen und zugleich einsamen, ungewissen Zukunft. Ein Nachmittag wie heute ist das goldene Glück. Berauscht und mit wallender Seele sitze ich hier auf einer hölzernen Bank. Meine Gedanken sind frei, sie tanzen im Winde des Herbstes, leuchten wie Auren und füllen mich mit frischen Ideen. Der Gedanke an die Liebe bedarf in solchen Situationen viel Mut. Ich bringe ihn auf und verträume den Nachmittag mit Gedanken an sie. Wie ich dich vermisse. Wo bist du? Ich möchte mich an deinem Geist und Verstand erquicken. Mich dürstet es nach deinen Worten, deinen Bewegungen, deinem Lächeln und deinem unendlichen Vertrauen. Ich umarme dich, unsere Seelen vereinen sich zu einem kleinen Universum, gefüllt mit grenzenloser Vollkommenheit, ewiger Hingabe und reinem Glück. Ich küsse dein Haar als ich aus meinem Traum erwache. Warm strahlt die Sonne auf meine geschlossenen Augen und hinterlässt ein orangefarbenes Licht. Der Wind wird frischer und langsam ziehen Wolken am Horizont auf. Ich stehe auf, schüttle ein Blatt von meiner Jacke, welches vom Wind durch die Luft getragen wurde. Der Herbst ist eine Tugend. Für dich und für mich. Eine Hommage? Nein, keine Hommage. Eher ein masochistisch angehauchter Lobtext. Ich liebe dich, Sehnsucht. nach oben Nrº25 - ich, January, 2009 - widerstand Wir sprachen über diese jungen Pianisten. Genies. Die Besten der Besten."Diese jungen Künstler zerbrechen zu 99% an den Frauen. Frauen machen sie kaputt. Zerstören ihr Talent." meinte er zu mir."Sie sind noch zu jung um zu kapieren, was diese Wesen mit ihnen machen und vergeuden ihre Zeit mit ihnen." Er klang frustriert und irgendwie erfahren zugleich."Sie vergessen ihre Mission, degradieren sich selbst auf unwichtigstes Niveau und verlieren an Lebenslust, denn plötzlich legt sich diese oberflächliche Liebelei wie eine schwere Decke über ihre Passion und sie wissen nicht mehr, welchen Weg sie wählen sollen und verlieren sich selbst und damit ihr Leben." Ich bin zwar kein Künstler, aber ich glaub, mit den Frauen hab ich dasselbe Problem, dachte ich laut und schrieb diesen Text. nach oben Nrº24 - ich, January, 2009 Liebes Leben! Als ich vor Jahren einmal beschloss, das Wort Sehnsucht zu verstehen, hatte ich nicht die geringste Ahnung, dass ich mir damit selbst die schwierigste Mission auferlegte, welche sich nur ein naiver Mensch wie ich es bin, zumuten kann. Versteh mich nicht falsch, aber ich verliere langsam die Hoffnung. Wünsch ich mir doch eigentlich nichts mehr als eine nette Frau, mit der ich mich in eine Welt vergessen kann, welche ich alleine nicht erschaffen kann. Eine Frau, mit der ich die Nacht hindurch über Dinge philosophieren kann, von denen wir beide keine Ahnung haben. Eine Frau, die meinen Humor versteht und so darüber lacht, dass mein Herz riesen Sprünge macht. Eine, die versteht warum ich mich manchmal nicht verstehe, daraufhin ihren Kopf auf meine Brust legt und wir einfach nur ins Leere starren. Eine Frau, die weint, lacht, schreit, schweigt, liebt und begehrt, zusammen mit mir. Liebes Leben. Eine solche Frau gibt es doch, nicht wahr? Es muss sie doch geben, es muss! Aber wie soll denn das alles zustande kommen? Suchen bringt nichts, das wissen die ganz jungen schon. Finden scheint aber auch ein Ding der Unmöglichkeit zu sein. Es treibt mich schier in die Verzweiflung, wenn ich daran denke, dass ich nur einmal lebe und du mir vielleicht das größte Glück niemals begegnen lässt. Es muss doch noch einen verborgenen Weg neben dieser Straße der Verzweiflung geben. Frei von Steinen und Hindernissen, eine freie Fahrt ins Glück. ----- Theeeeeeere comes a ti-hime Toooooooo beeeeeee freeeee of the he-heart I´m gonna be ready, ready to sta-ha-hart On a love-journey, I got places to go Made up my mind and I got to let you kno-how Heaven help the heart that lets me insi-hide Heaven help the one who comes in my li-hi-hive Heaven help the fooooool, that walks through my dooooor Cause I decided ri-hight no-how I´M READY FOR LOOOOOOOOOOOOVE - woooo-hooooo-yeah-heaaah - READY FOR LOOOOOOOOOOOOOOOVE! Mit freundlichen Grüßen, StefanZusatzinfo Ansporn für diesen Text war der wunderbare Eintrag "Liebes Leben!" von der wunderbaren Julia, die ich in den letzten Jahren leider ein wenig aus den Augen verloren habe. nach oben Nrº23 - ich, January, 2008 Das grenzenlose Ekelgefühl gegenüber Menschen, die sich zur Begrüßung prahlerische Floskeln über neueste Erwerbungen an den Kopf schmeißen, lässt mich immer wieder erschaudern. -- Ich hatte eine wunderbare Konversation mit einem Künstler. In einer Stunde hörte ich mehr gute Worte als in mehreren Jahren artifizieller Freundschaften. Und dieser Künstler gab mir zu verstehen: Mit seiner Kunst ist man immer allein. Egal wie erfolgreich man auch werden mag, verstanden wird man nie. Mich quälen seitdem unüberwindbare Suizidgedanken. nach oben Nrº22 - ich, September 2nd, 2005 "Wenn Konsequenzen egal wären, dann wärst du bereit. Bereit für mögliche Konsequenzen, oder?" nach oben Nrº21 - ich, 02th January 2007 Weil ich laut Meinung anderer "schülstig dahersabbere" gibt es diesen Beitrag nur noch im Premium-Bereich. Nein, es gibt nicht wirklich einen Premium-Bereich. nach oben Nrº20 - ich, 31th December 2007 Ich stand und dachte an die absolute Auslöschung seines Daseins. Wie naiv er hier auf seinen knochigen Beinen stand und ein Geplapper aufführte, dass mir die Übelkeit in alle Glieder fuhr. Denkt denn dieser Wirrkopf nicht an seine Zukunft? Seine Sätze kamen unüberlegt, einfältig und absolut voreilig aus seinem Mund, ich wollte vor lauter Scham im Boden versinken. Ich wünsche ihm in ein paar Jahren eine plötzliche Erinnerung seines eigenem Gesagten, damit er peinlich berührt Selbstmord begehen kann. -- Die Menge wurde immer mehr, ich hielt es nicht mehr aus. Ich beeilte mich den Ort zu verlassen und hoffte in Gedanken auf einen Genozid. nach oben Nrº19 - ich, 10th October 2007 Angesichts der vielen Umstände, die das Leben uns bereitet, ist ein Tag wie heute reinstes Glück. Das Tal ist goldig bedeckt, die Berge im Nebel verschwunden. Die Windstille verwandelt meinen Ausblick in eine Momentaufnahme, ich habe das Gefühl, die Welt endet hinter dem Waldrand am Ende meines Sichtfelds. Es herrscht absolute Stille, weder die Natur noch die monotonen Motorgeräusche geben einen Laut von sich. Einzig ein Buteo buteo (Mäusebussard) zieht am Horizont konzentriert seine Kreise. Ich stehe barfuß auf dem Balkon und spüre die Kälte der Fließen. Ich fühle mich auf eine wohlige Weise allein und verloren zugleich. Die Klänge einer kleinen Kapelle schneiden sich durch die ruhende Luft und beschallen das schlummernde Dorf. Die Sonne durchdringt in manchen Abschnitten die dicken Herbstwolken und lassen metallene Schornsteine reflektieren. Meine Füße wollen wieder hinein ins Warme, jedoch ist der Moment zu kostbar und ich bleibe stehen. Als ein leichter Wind meine Beine umspielt, mir damit kühl und stumm zeigt, welch frische Jahreszeit wir beschreiten, komme ich wieder zu Sinnen und geh zurück in die Wärme. Ich setze mich und lese "Nachsaison" von Philippe Besson weiter. Ich habe es vor kurzem gekauft und gerade eben beiseite gelegt, als mir die wunderbare Melancholie auffiel, welche sich durch das Fenster in ihrer schönsten Form zur Schau stellte. Ich liebe die Melancholie. Man kann sein eigenes Selbstmitleid, seine Unlust, den Drang nach etwas - unbekannt Anderem, die lebensarmen Gedanken und die einsamen Monologe in ein künstlerisches Bild aus Bild und Text verpacken um es danach noch einmal zu genießen. Melancholie zu genießen bedarf ein wenig Übung, schließlich ist es ein schmaler Grad zwischen gewollter Schwermut und schmerzhafter Depression. Gerne verbringe ich diese Momente mit Gedanken an die Liebe und an die niemals versiegenden Sehnsucht. Innerst wünsche ich dann manchmal deine Nähe, deine Hingabe und dein Verständnis, was das paradox erscheinende, traurige Glücksgefühl vollenden würde. All diese Momente sind nicht nur mir vergönnt. Viele Menschen empfinden dasselbe, reagieren aber sehr unterschiedlich darauf. Ein Bekannter von mir als Beispiel, befindet sich unentwegt auf der Freundschaftsschiene. Er hat sich zur Verantwortung gemacht, soziale Kontakte mit allen Mitteln zu pflegen, jede ruhige Minute wird ihm zur Qual. Ist der Sonntagsnachmittag das schönste für mich, durchforstet er bereits zu Mittag verzweifelt sein Telefonbuch auf der Suche nach Unterhaltung. Er ist in ruhigen Minuten das absolute Gegenteil, er ist die Unruhe selbst. Er hat Angst vor sich selbst. Er hat Angst davor, welche Gedanken er sich bilden könnte, wenn er auf sich selber hören würde, ohne Einflüsse von außen. Dabei hält ein erzwungenes Gedankenbild nicht auf die Dauer und irgendwann bricht der Damm. Und wenn das passiert, treffen Sorgen auf ungebildete Sinne, kollidieren und hinterlassen einen armen Verwirrten. Um das zu verhindern, kann man nie früh genug damit beginnen, auf sich selbst zu hören: ohne Meinung anderer. nach oben Nrº17 - ich, 13th December 2007 Ich frage mich der Peinlichkeit wegen: Meine voreiligen Ideenexplosionen, welche meist in ungeschliffener, manchmal sogar in einer rohen Fassung die Werkstätte der Inspiration verlassen, hochwertig in ihrem Kern, jedoch mit matter und schmutziger Schale der Öffentlichkeit auf einem Präsentierteller vorgelegt werden, sie durch ihre Unvollendetheit keinen Schutz vor Hohn und Spott finden und mich dadurch immer wieder in eine beschämende Ecke drängen, ich vor jeglichen Angriffen weder gefeit noch darauf vorbereitet bin, - ich muss doch damit rechnen, dass die Gegenseite nur darauf wartet, mit Hammer und Meißel auf meine zerbrechlichen Werke einzuschlagen. Und ich bin mir noch nicht im Klaren, wie ich dieses Verhalten der Gegenseite interpretieren soll. Herausgefunden habe ich, dass es sich meist um Menschen handelt, deren Grundsubstanz aus kreativlosem Mörtel und staubiger Monotonie besteht. Sie besitzen einen messerscharfen Verstand, haben ein hohes Bildungsniveau und können Erlerntes exakt wiedergeben. Ihre Eintönigkeit aber macht sie zu einem einseitigen Verlierer. Sie ertrinken täglich erneut in ihrer Trostlosigkeit, finden nur an dessen Ufern Halt, (Cioran nannte Menschen, die einen mutigen Schritt wagen, Psychopathen. Menschen, die nur in Gedanken Ideen kreieren, waren in seinen Augen unbedeutend.) welche eben von diesen Psychopathen der unreifen aber wahren Verwirklichungen geschaffen wurden. Meist erkennt man sie an ihrem Lehrertum. An ihrer Unbeirrtheit, wie sie geistlos und oberflächlich an der unscheinbaren Schicht der Idee kratzen und das innere Leuchten blind übersehen. Sie kennen die Norm, nicht aber das Schaffen. Sie kennen den Ablauf, nicht aber die Entstehung. Der wichtigste und der vielleicht größte Unterschied zwischen ihnen und einem unbefangenen Naivling wie meinerseits ist ihr fehlender Stolz. Sie besitzen kein Wertgefühl, kennen kein Glück von Selbsterschaffenem. An der Stelle des Ehrgefühls klafft eine Wunde aus geifernder Lethargie. Durch ihr Unverständnis für die verletzliche Ideensprosse werden sie zu kalten und fiesen Bestien, welche, dogmatisch programmiert von ihresgleichen, durch den Nebel der Unwissenheit waten. Diese Spezies ist erschaffen worden, um mich zu töten. Ihr Regelwerk würgt meine Idee bereits in der Entstehungsphase, ich merke, wie ich aus Verdruss langsam zu etwas Unbedeutendem werde. nach oben Nrº16 - ich, 10th December 2007 Sie schreiben alle von der selben Sache. Von archaischen und absolut unnötigen Dingen. ## Ich ersaufe in einer Lache aus Sehnsucht. ## Wann kommt die Zeit, in der man mit den Dingen Geld verdient, für die man die größte Hingabe entwickelt hat? Dinge, bei denen Stress seine Bedeutung, sein Gewicht und seine Auswirkungen verliert? Denn, nur der Kleinkünstler ist blöd genug, um in die Welt zu posaunen, dass er seine Kunst auch ohne finanzielle Aussichten verwirklichen kann. Zwar lebt dieser zumeist auf der niedrigsten Sprosse, jedoch weicht seine Schale für freiwillige Spende niemals von seiner Seite. Er wird das Geld niemals als Begleiter oder gar als ein Bestandteil seines Daseins sehen, weiß aber, dass es ohne nicht geht: er ist zu klein um das wolkenkratzende Rad der Monopolisierung zu stoppen. ## Immer wieder habe ich das Gefühl, dass ihr Blick mir etwas sagen will. Ich schaff es einfach nicht, diese Geheimsprache zu dechiffrieren, um dieses Herz in die richtige Waage zu legen und ihr mit einer Umarmung zu begegnen. Kurz gesagt: Ich müsste Gedanken lesen können. Ein alter wie auch ein türichter Wunsch. nach oben Nrº15 - ich, 07th December 2007 Während ich hier sitze und überlege, was ich gegen meinen unersättlichen und stets präsenten Drang nach Schöpfung - und seien es nur diese Zeilen - tun kann, erfüllt es mich zeitgleich mit wärmender Befriedigung, welche aber nur in der Zeit gegenwärtig ist, in der ich diesem Drang nachgehe, und sei dieser auch nur von niedrigster Bedeutung. Jeder Augenblick, in welchem ich keinen Sinn finde, möchte ich das Leben stürzen. In jedem Augenblick, welchen ich als sinnlos einstufe, weil er eben frei von Tat, frei von jeglicher Bewerkstelligung und frei von Ewigem ist, fühle ich die kalte Belanglosigkeit meiner Existenz. Verzweifelt versuche ich ein universelles Gegenmittel zu finden. Genauer gesagt ein Gegenmittel, dass mich vor gedankenverhangener Trostlosigkeit befreit. Denn ich habe bemerkt, dass die Entfaltung kein Ende kennt. Das Wort Vollendung hat für einen Schöpfer keine Bedeutung. Jede Handlung, Tat und Kreation ist nur ein einziger Schritt auf einem Pfad, welcher zwar im Tod, für uns Sterbliche aber niemals endet. Somit revidiere ich meinen vorletzten Absatz und muss eingestehen: ein solches Gegenmittel gibt es nicht.nach oben Nrº14 - ich, 04th December 2007 Kann mir jemand die Verrücktheit aus dem Kopf schlagen? Ich fühle mich wie ein Maulwurf unter Menschen. Ich dreh mich im Kreis und versuche zu erkennen, bin aber nicht in der Lage auf die Umwelt zu reagieren. Ich liege auf dem Boden, beschaue die Decke mit leerem Blick und erkenne damit meine einzig wahre Fähigkeit. ** Als ich heute in Gedanken ging und mich damit in der Unwirklichkeit befand, ich diesem Stern gegenüberstand und diesen kurzen Moment erlebte, dieser kurze Augenblick, in welchem ich mir dachte: es wäre doch so einfach, so schön und absolut herzzerreißend - da fühlte ich mich wieder in einer altbekannten Situation gefangen, welche mich immer wieder aufs Neue geisteskrank werden lässt. Es dauert Stunden bis ich wieder den Boden unter mir spüre, ich die Zügel der Realität wieder fest im Griff habe und mir vollständig bewusst werde: die Welt dreht sich ohne mich. Weder wartet die Liebe, noch erwidert sie. ** Dabei gilt es als wichtig zu sagen, dass man nicht depressiv ist. Nein, im Gegenteil, man versucht sehr freundlich gegenüber dem Mitmenschen zu sein. Schließlich kann er ja nichts dafür. Er ist der glücklichere von uns beiden, warum sollte man ihm das abgönnen? Das er das Sein besser interpretiert als man selbst, ist ein Segen für ihn. Man empfindet keinen Neid, keine Missgunst oder dergleichen. Man hofft einzig auf einen Absturz seines eigenen Gedankensystems, auf eine totale Löschung aller Illusionen, auf eine absolute Ausmerzung sämtlicher Monologe, um endlich Schlaf zu finden, um endlich aus dem Armageddon der Verzweiflung zu entkommen.nach oben Nrº13 - ich, 03th December 2007 Es muss sich was ändern. Dieser Satz beglich bereits in vielen Köpfen die Miete. Manchmal hat man dieses schwierige Vorhaben auch tatsächlich ernst genommen und versucht, einen anderen Weg einzuschlagen. Manchmal hat man es wirsch beiseite geschoben, hat sich über die eigene Unzufriedenheit lustig gemacht. Denn man stellt mittlerweile fest, dass man tatsächlich sehr oft unzufrieden ist. Woher kommt das bloß? Man fragt sich und liest nach. Man liest viele Bücher. Sehr viele. Man kauft sich alle Bücher, die im Titel das Wort Sehnsucht beinhalten. Zumindest im Klapptext. Denn schließlich ist man davon überzeugt, dass alles aus der Sehnsucht entstand. Doch man findet nichts. Alle Texte erzählen von der schönen Sehnsucht mit einer großen Pointe oder enden tragisch und ohne Antwort im Tod. Und wenn man sich der dunklen Seite der Literatur widmet, findet man ausschließlich Zeilen von Verrückten, Antichristen, Narren und Irren. Ihre Worte beinhalten keinen Wegweiser, einzig ihre Ansichten findet man berauschend. Verschiedene Aktivitäten bringen den Vorteil, dass man sich ablenken kann. Man hat keine Zeit sich über diverse Dinge Gedanken zu machen. Man kennt Menschen, die schaffen das ihr Leben lang. Man kennt aber auch Menschen, die schaffen dies nur ein Bruchteil davon. Für sie war das nicht so gut, sie haben sich meist das Leben genommen. Zum Glück ist also der Großteil der Menschen sehr kreativ in der Findung diverser Beschäftigungen. Es gilt zumeist nur eine Regel: Alles was man macht, muss vergnüglich sein. Der Weg ist zwar nicht immer mit einem Lachen zu begehen, das Ziel jedoch muss mit ordentlich viel Genuss warten. Darüber ist man sich einig. Was macht das Leben schließlich für einen Sinn, ohne Lachen? Eine gute Frage, denkt man sich und lacht auch gleich über ihr Idiotie. --- Alles was man versuchte, fand in einem kläglichen Scheitern sein Ende. Jede Hingabe führte zu einer Strafe, jede Vorliebe traf auf kalte Ablehnung. Man möchte weinen vor Zorn, möchte töten vor Hass, möchte blind, taub und retardiert sein. Jeder Witz wird zu einer Schmach, jedes Gespräch zu einem zähen und unwirklichen Geplapper. Warum versteht der Mensch sie nicht, die Trug in einem Witz, welche uns vom wesentlichen abhält? Stattdessen denkt man sich, wenn man bis hierher gelesen hat, was ist das Problem des Autors? Er soll doch lieber seinen Kopf aus dem Schlamassel ziehen und sich gemeinsam mit der Menge unter der Decke der Banalität verstecken um zu warten bis das Leben vorbei ist. Denn was besseres hat es eben nicht zu bieten. nach oben Nrº12 - ich, 30th November 2007 - unter "Wie man manche Dinge nicht beschreiben kann" Essays vor Aphorismen.Bitterbös und nicht in deinem Sinn. Weil sie nicht riechen, nicht denken, nicht schauen, nicht fühlen. Weil sie schwatzen und nicht reden, weil sie glotzen und nicht beobachten, weil sie gieren und nicht fühlen, weil sie logisieren und nicht lieben. Die Angst vor der Unvollkommenheit seiner eigenen Loyalität, vor der totalen Isolierung und dem Gebrechen der eigenen Entfaltung macht sie zu dem, was sie sind: lachende Menschen ohne Rückgrad. Sie sind parasitäre Individuen mit beschränkten Sinnen. Wenn ich sie höre, sie lese und wenn ich sie beobachte erschaudere ich nicht nur in Gedanken. Wenn ich ihre oberflächlichen Gepflogenheiten betrachte, steigt in mir der Ekel hoch in alle Sinne. Diese naive Leichtigkeit, mit der sie ihre Makel verstecken, sie mit blauäugiger Manier ihre Schale bis zum hässlichen Ende vor der inneren Fäule schützen. Ihre konfektionierte Ideologie ist auf das häuslichste beschränkt, sie zitieren Mutter und Vater, leben nach gemachten Regeln und faseln gesellschaftlich Anerkanntes. Wie kann ein Mensch so leichtgläubig durch das Leben wandeln? Mit welchem, oder besser gefragt, woher beziehen sie diesen Treibstoff, mit dessen Hilfe ihr Motor betrieben wird? Das Leben beginnt mit Vorgaben und Vorlieben, mit Gesetzen und moralischen Verpflichtungen. Diese Dinge werden einem mitgegeben, liegen seit Anbeginn unsere Existenz in unserem Schoße. Doch für was? Für wen? Ist unser einziges Ziel dieselbe Berufung wie Generationen vor uns? Dieser inzestbehaftete Werdegang unsere einzige Erfüllung? Ständiges Unterjochen und absolute Unterdrückung von Gebern, Märzen und Förderern? Das System wurde von anderen geschaffen und wir halten es aufrecht. Nahezu exaltiert bewältigen wir strenge Pläne der Vorschaffenden und schreiten unermüdlich auf tausendfach gewandelten Pfaden. Ein Entreißen oder ein Entkommen scheint beinahe unmöglich. Bereits ein Aufenthalt in anderen Ländern zu untypischen Zeiten, ein kurzweilig verändertes Verhalten in ungewohnter Umgebung gibt uns ein Gefühl besonderer Abnormalität und lässt und sogleich in endloser Wonne wallen. Und obwohl uns das zu nichts besserem werden lässt, glauben wir in diesen Momenten über den Dingen zu stehen. Was für eine peinliche Täuschung. Kommen wir doch niemals vom Grundweg ab. Würden wir das, so wären wir keine Menschen mehr. Unser grundlegendes Menschsein wäre dann nicht mehr in blasierten Hierarchien aufgeteilt, unser Tun und Handeln wäre eine einzige Zeitvergeudung. Denn wir leben unser Leben um andere zu übertrumpfen. Das ist der einfache wie auch erbärmliche Grund unseres Daseins. Wir denken um zu bedenken was andere denken, wir agieren um Handlungen anderer zu verstehen und wir haben Meinungen um andere darin zu verwickeln und darunterzustellen. Wir. Sind armselig. nach oben Nrº11 - ich, 11th September 2007 "Das Universum dehnt sich aus, schrumpft wieder zusammen und dehnt sich dann wieder aus. Ein Vorgang, der sich ewig wiederholt. Was ihr nicht wisst ist, dass wenn sich das Universum wieder ausdehnt alles so sein wird wie es war. Welchen Fehler ihr auch macht, ihr werdet ihn beim nächsten Mal wieder machen, jeden eurer Fehler durchlebt ihr aufs Neue. Wieder und wieder. Darum lautet mein Rat, es diesmal richtig zu machen, denn dieses Mal, ist das einzige Mal." K-pax - Prot Ein wunderbarer Einstieg für ein paar Gedanken. Wir können uns vorbereiten, Seminare besuchen, Kurse belegen, Ratschläge beachten, der richtige Augenblick wird uns trotz alldem nicht verraten. Der richtige Augenblick. Ein sehr mächtiges Wort. Vielleicht befinde ich mich gerade in einer solchen Situation. Zu viele Gedanken an die Zukunft, zu wenig Mut für die Gegenwart und keine Hoffnung für das Eigene drängen mich in eine Sackgasse. Wenn ich an sie denke, füllt sich mein Kürper mit Leben, ich werde leicht und für einen kurzen Augenblick erfreue ich mich an meinem Dasein. Doch sobald ich den nächsten Schritt überlege, vielleicht weil eben aus dem nächsten logischen Schritt des Verliebtseins das Vermisstsein resultiert, beschleicht mich ein beklemmendes Gefühl. Ich wünsche mir, sie wäre bei mir, ohne das ich mir einen Aufwand schaffen müsste, sie darum zu bitten. Ich wünsche mir, sie würde mein heimliches Begehren ohne weitere Worte erwidern, so wie man es aus den Träumen kennt. Doch die Realität verlangt mehr, als nur leichtes Geschwätz. Das wir Menschen immer alles hinterfragen, im Zuge dessen auch alles klären und ordnen müssen, verkompliziert das ganze noch obendrein. Auch wenn ich weiß, dieser eine Augenblick, dieses einzige Mal könnte, nein wird meine einzige Chance sein, so fürchte ich mich doppelt vor einer Niederlage und lasse es lieber bleiben. Stattdessen sitze ich unglücklich vor diesem Kasten aus Plastik, setze digitale Buchstaben nebeneinander und versuche einen klaren Kopf zu bewahren. Uns wird kein Blick in die Zukunft gewährt, wir müssen die wichtigste Entscheidung immer selber treffen. Weder Olympia, Ephyra, Didyma noch Klaros kann uns diese Bürde abnehmen, für unser Schicksal sind wir selbst verantwortlich. So versuche ich parallel zu diesen Zeilen ein Weg zu finden, an ihr Herz zu gelangen. Wie mache ich etwas richtig, was mir ungewiss und verschlossen bleibt, wie kann ich diese einzige Chance richtig nutzen? Ohne weitere Ideen lege ich mich in mein Bett, beobachte zwei drei helle Punkte, welche durch die nicht ganz zugezogenen Gardinen am düsteren Himmel zu sehen sind und beginne meine nächtlichen Träume wie ein Kassettenband vor meinen Augen abzuspielen. Die Sterne sind ewig. Sie haben alles gesehen, meine Probleme sind Bagatellen, sind nichts weiters als ein Gestotter eines schüchternden Zerbrochenen. Im Liegen werden Gedanken schwerer, belastender und vernebelt. Im Liegen erscheinen die Sorgen größer als die mächtigsten Berge, sie wachsen in der Dunkelheit und wachen über die Gedanken. Erst durch die morgendlichen Sonnenstrahlen, wenn ich mich aufrichte, werden meine Gedanken klar, die drückenden Gedanken verwandeln sich in unwichtige Alltagsprobleme und zurück bleibt ein verschlafenes Ich. Und meine Liebe wartet immer noch auf dieses eine einzige Mal.nach oben Nrº9 - ich, 20th October 2007 Schlanke, sozialprivilegierte Weiße dürfen einen kleinen Kreis um sich ziehen. Und jeder der sich darin befindet ist normal. Aber alle außerhalb des Kreises gehören zuerst geprügelt, gedemütigt und zurückgesetzt, bevor man sie in den Kreis hinein lässt. Und wenn das nichts nützt, hilft nur noch eine Anstaltseinweisung oder schlimmer noch: Mitleid." Auf die Frage hin, ob es falsch wäre, ein kleinen, unter Autismus leidenden Jungen zu bemitleiden, ist die Antwort: "Wozu sollten Sie jemanden bemitleiden, der sich kein Deut um nichtssagende Förmlichkeiten schert, weil sie belanglos, unehrlich und somit erniedrigend sind? Er muss nicht so tun als würde ihn Ihre Kreuzschmerzen interessieren, Ihre Exkremente oder Omas Juckstelle. Wer kann sich vorstellen wie ein Leben wäre, frei von allen Verlogenheiten sozialer Etikette? Ich bemitleide ihn nicht, ich beneide ihn." Gregory House Was für ein wunderbarer Ansatz. Zum ersten, der Kreis der Schönen und zum zweiten das daraus resultierende Mitleid mit Menschen die anders sind. Wie genial diese zwei Absätze doch klar machen, dass nicht jede Person, die außerhalb dieses (genormten) Kreises steht, bemitleidet werden muss. Viele Bekannte von mir haben das Problem, dass sie, sobald sich Personen in ihrem Umkreis auffällig anders verhalten als sie es gewohnt sind (eine Veränderung muss nicht gleich eine Krankheit bedeutet. Es fängt bei viel kleineren Dingen an. Dinge, die zb. auf dem ersten Blick nicht sofort verständlich, nicht nachvollziehbar sind), zu einem amateurhaften Psychologen zu mutieren. Dann sprudeln Ratschläge und Wegweiser noch und nöcher aus ihren Kehlen. Ihr Wissen über den richtigen Pfad nimmt nahezu unendlich zu, ihre Adrett- und Überlegenheit in Sachen Lebenserfahrung kennt keine Grenzen mehr. Werden sie aber von diesen Personen ignoriert, bzw. diese lehnen ihre Hilfe sogar ganz ab um sich vielleicht noch mehr zu entfalten, verlieren die Besorgten ihr Interesse und beginnen einen zu bemitleiden. Diese Art von Mitleid ist eine andere Form der Unwissenheit. Mitleid setzt eine Portion Taktgefühl, Intelligenz und Weitblick voraus. Ja, ich behaupte sogar, sie kann für manche Menschen zur Gefahr werden. Im schlimmsten Fall sogar Leben kosten. nach oben Nrº8 - ich, 26th November 2007 - lese und le Finger weg von Frauen und angereicherten Muffins. Beides endet bei mir immer in einer unglaublich, fast klaustrophobischer Panik. Ich sollte Ersteres meiden, da das Gewollte niemals mit dem Erreichten harmoniert. Und Zweites sollte man sowieso meiden, da ein Fall in die absolute Abhängigkeit und der Drang nach mehr und die daraus resultierende katastrophale Folge unumgänglich ist. Zumindest bei mir. Jedes Mal fühl ich mich in diesen Situationen, egal ob nüchtern mit Frau oder zugedröhnt mit der Leinwand, wie ein, von der Nostalgie geplagter Penner, der seiner Vergangenheit nachweint und sich am liebsten das Leben nehmen würde, Hauptsache er kann somit seinen Gedanken entfliehen. Ich habe in diesen Momenten derartige Panikattacken, dass ich am liebsten meinen Schädel mit einem Schlegel bearbeiten möchte. Es öffnet sich für mich ein riesiges, schwarzes Loch, welches mich mit einer riesigen Kraft ansaugt, aus dem ich nicht zu entkommen vermag, solange ich mich in diesen Breitengraden aufhalte. Doch das schlimmste, das allerschlimmste was einem solch unbefangenen und naiven Individuum wie meinerseits geschehen kann, ist das ungewollte Zusammentreffen beider Umstände. Wer das mitmacht, hat verloren, muss kapitulieren, glaubt nur noch an den einzigen Ausweg, "...und seid ihr eures Lebens müde legt Hand an euch und macht Schluss..." wirft sich als Lied durch die Gedanken und man hofft nur noch auf Erlösung. Und die kommt. Hier kann man rennen soweit man will. Es ist traumatisch. Es ist so, wie es alle Lebenseinstellungen verlangen: Alles was du machst, folgt mit Konsequenzen. Alles. Und hier spreche ich von nichts Gutem mehr. Ich spreche hier von der kalten, hässlichen, erniedrigenden, düsteren, gefühlskalten und leblosen Realität, die mich einholt. Und wenn man sie begriffen hat, ergibt das Dahinsiechen keinen Sinn mehr. Es hat also tatsächlich keinen Sinn, sie oder es. Ich bleib bei meinen Worten, bei meineneigenen Zeilen. Sie kommen von mir, sie gehorchen mir und sie stehen in keiner Gefahr, mich so betrübt zu machen. Mein Entschluss: Ich werde nichts in meinem Leben gegen mein Junggesellendasein, mein Herz für die Bierbar, dem vergleichbar absolut harmlosen Bier, die einfachen Zeichen der Bücher und als letztes und doch als das wichtigste, meine, auf niedrigste Zahl beschränkte Freunde nämlich, gegen solch hässliche Liebeleien eintauschen. Niemals. nach oben Nrº7 - ich, 11|2007 - zum lesen verdient! Als ich ging, hatte ich tausend Gedanken für Dich gesammelt. Ich hab sie in meinem Kopf gedacht, geformt und sortiert. Jetzt liege ich und merke, dass die Gedanken für immer Gedanken bleiben werden, denn sie lassen sich nicht zu Papier bringen. Egal wie ich es versuche, ihre leuchtende Kraft behalten sie nur solange sie bei mir sind. Ich versuche Dir also zu sagen, was ich zu sagen nicht vermag. Diese Art von Hilflosigkeit ist so entmutigend, dass ich am liebsten schreien möchte. Wie bösartig war der Schöpfer unsereins, als er die unsichtbare Bindung zweier Menschen erschuf, sie mit der leidenden Sehnsucht bepackte und einen Deckmantel aus Inbrunst überzog. Die Gedanken sind unabdingbar, ständig präsent und stets voll mit schwerer Last. Mein sehnlichster Wunsch ist Deine Nähe, in der ich in einer Umarmung meine grenzenlose Dacht Dir hingeben kann. Das ist mein Geschenk an Dich. Es ist unsichtbar aber von unschätzbarem Wert. Es ist frei von Vokabeln und dennoch voll mit reinster Sentenz. Einzig Deine Anwesenheit ist die, von der Sehnsucht aufstellte Regel. Ohne sie ist das Geschenk wertlos, schließlich ist dessen Inhalt nur für Dich gedacht. ------ 7.1 das verlangen Samten legen sich die Gedanken in meinem Kopf, meine Sinne sprühen Funken aus Gold, ich bin mit den meinen bei den deinen. Es kostet mich schier unendlich viel Energie, um aus dem Bann dieser Absolution zu entkommen. Was wären wir, wenn die Liebe aus unseren Köpfen verschwindet, wenn die Phantasie ihre Hingabe verliert, sie sich beim Gedankenformen in Langeweile suhlt. Wir wären tatsächlich leblose Wesen ohne Grund für eine Existenz. * Diese unendlich tiefe Bindung, dessen Wurzeln meine Seele umwuchern, ist von einer schimmernden, goldenen Aura umgeben, wirkt mystisch auf meine Stimmung, lässt mich durstig mit der Sehnsucht wandeln. * Inbrünstig wünsche ich mir Erlösung von meiner angestrengten Hingabe, die Sehnsucht wallt und pocht, verbündet sich mit dem Begehren und lässt mich an einer wilden Schlacht teilhaben, deren Verlauf und Ausgang wohl nur in den Sternen steht. * Ich vermisse dich, hab ich dich noch nie in die Arme schließen dürfen, waren deine Worte bisher einzig auf Papier. Ich vermisse dich, hab ich den Klang deiner Worte noch nie vernommen, durfte deine Augen beim Lesen noch nie betrachten. Um eine Sehnsucht zu beschreiben, die nach bestimmten Längen ins Elysium verlaufen, dafür muss man wohl zuerst sterben. Denn welcher Sterblicher kann diese Unendlichkeit an Tiefe in Worte fassen? * Eine schnelle Sehnsucht, die bei einer willkürlichen Handlung entsteht, ist manchmal so schnell verflogen wie sie gekommen ist. Doch wenn man auf eine aufsteigende Sehnsucht nicht hört, ihr leises Klopfen ignoriert, ihr zwar Einlass gewährt, ihre Stimme aber unterdrückt, dann verfängt man sich in einer unscheinbare Abhängigkeit, in der jeder Schritt zu einer schneidenden Qual wird. * Ich leide im Kopf. Dein Geschriebenes harmoniert mit jeder einzelnen Faser meines Körpers. Ich möchte jedes Zeichen verschlingen, bei jedem weiteren Zeichen erliege ich mehr der nun gesiegten Sehnsucht. Abhängig und in Verlangen getränkt schließe ich meine Augen und denk mir: Ich liebe dich in meinen Gedanken.nach oben Nrº6 - ich, May 25th, 2006 Schwer wie Blei, zäh wie Teer. Dunkel wie der längste Tod, fern wie der weiteste Stern. Meine Finger berühren die Tasten weich. Kälte streicht sie. Mein Kopf ist gesenkt, die Augen sind geschlossen. Das Klavier singt nach meinen Gedanken. Es vibriert unter meinen Händen, Töne formen sich und bewegen sich in der Wolke aus Melancholie. Dicht über mir schwebt sie, Garne umspannen mich, ich wandle in Trance. Die Wände schwinden, bizarr verzerrt wird mein Zuhause. Meine Gedanken werden schwarz. Die Hände werfen sich in die Schlacht der Tastenreihen. Stechende Schmerzen in den Fingerspitzen, mein Körper erschaudert. Der Hass in mir lockt die Lust zu spielen. Die Sehnsucht wiegt sich im schönsten Kleid, ich vergesse mein zerstörtes Inneres. Ich vergesse mich. Ewig dauern soll es. nach oben Nrº5 Nrº5 - ich, April 13th, 2006 Schöne Frauen, die mich anzogen, aus geheimer Kraft, rein nur wegen Bagatellen. Wie ihre Finger die Zigaretten hielten, sich zur Musik leicht bewegten, wie sie sich kontrollierend durch's Haar fuhren. Das alles konnte mich für Augenblicke in einen unwirklichen Bann ziehen. Spricht man Mädchen in glitzernd dunklen, lärmenden und geladenen Diskotheken an? Ich tat es nicht - hätte ich es, so wäre ich eine gespaltene Persönlichkeit, Dr. Jekyll und Mr. Hyde alias Mr. Schüchtern und Dr. Affektiert. Einfach gesagt: Nicht der Typ. Nicht der Typ für Diskotheken.nach oben Nrº4 - Peter Paul Kaspar - Sehnsucht Gemeinsam ist all diesen Versuchen, die Einheit herzustellen und so Glück zu erfahren, dass es für sie auch immer billige Surrogate gibt, die uns die Mühe ersparen, die solche Einheit kostet: Statt liebevoller und erotischer Zuwendung gibt es die oberflächliche, konsumhafte Beziehung und den käuflichen Sex. Statt echter Freundschaft und liebevoller Beziehung gibt es oberflächliche Kumpelhaftigkeit und inhaltsarme Konversation. Statt echter Begegnung und Erfahrung gibt es die vorfabrizierte und leicht zu konsumierende Scheinwelt der Bewusstseinsindustrie, die uns das wirkliche Leben zu günstigen Bedingungen erspart. Statt Einheit mit der Natur gibt es die Wald- und Wiesentapete an der Wand oder den motorisierten Sonntagstrip "in die Natur". Statt der mühsamen Suche nach der Poesie im eigenen Leben - es muss ja nicht jeder ein Künstler sein - und statt einer eigenen gewachsenen Lebenskultur konsumieren wir die Produkte einer Kunstindustrie, die uns mehr ausbeutet als bereichert. Und statt des mühsamen Weges zu uns selbst lassen wir uns von Gurus und allerlei Heilslehren die jeweils neuesten Trends verpassen. Von den religiösen und pseudoreligiösen Surrogaten, von Wundersüchtigen und Wunderheilern gar nicht zu reden.nach oben Nrº3 ich, May 28th, 2006 Am Sonntag habe ich stets das Gefühl, auf der Strecke liegen geblieben zu sein. Alles ging ein Stückchen weiter, nur ich verweile weiter auf demselben Platz.nach oben Nrº2 - ich, March 27th, 2006 ganz tief Wir schreiben uns. Wir schreiben uns wunderbar. Ich schreibe dir, was du willst, für dich will ich alles sein. Leben, oh du nacktes, kaltes und wahres Leben. Ich möchte mich deiner Realität entziehen und weiter mit ihr sein, im Glauben sterben, sie wäre meine schönste Hingabe gewesen. Eine Hingabe, welche niemals den Läufen der Echtheit standgehalten hätte. Ich möchte besitzen, jede Zelle von ihr in meiner Seele vergraben. Ich tue es nun mit Wort und Zeile, denn du, mein Liebes bleibst mir der Realität verlegen. Für immer und ewig. Und doch umarmen wir uns in unserer gemeinsamen Phantasie. Immer und immer wieder. Ich begleite dich hinaus an den Rand des gelb gefärbten Horizonts, soweit bis sich dein Gesicht mit dem letzten Schein der Sonne vereint und meine Hände die letzte Wärme verspüren, solange bis die Strahlen hinter großen Pfählen der Einsamkeit verschwinden. nach oben Nrº1 - ich, Juli 11th, 2005 Manchmal erhoffen wir uns einen Punkt in unserem Leben, an dem alles anderst werden soll. Und wenn es dann nicht klappt, träumen wir den Rest unseres Lebens davon, wie es wohl geworden wäre.nach oben Nrº48 worte anderer, ganz fasziniert Summer in the city means cleavage cleavage cleavage And I start to miss you, baby, sometimes I've been staying up and drinking in a late night establishment Telling strangers personal things When it's summer in the city And you're so long gone from the city I start to miss you, baby, sometimes I start to miss you, baby, sometimes I start to miss you, baby, sometimes(summer in the city - regina spektor) nach oben
das war ich. stefan aka solverat aka wirrkopf, 2007
Übersicht
RSS Feed?
info
Diese Gedanken fließen aus mehreren Projekten zusammen, die hier jetzt aufgeführt werden.
Von Zeit zu Zeit kommt eine ziemlich übellaunige Belastung über mich, welche mich zwingt, manchen Text hier niederzuschreiben.
Wie immer muss ich noch hinzufügen: Aufgrund einer grammatikalischen Legasthenie bitte ich um Rücksicht!
Text: Stefan Hagspiel
Kontakt:
Es gibt auch Kurzgeschichten von fröhlicherer Natur.
Hier entlang , wenn Sie erlauben.
Language of ancient greece clothes is not hermes outlet one thing you ever need to be skimpy upon if you place a custom made to have it built. To generally be totally confident your order you set is released needlessly to say, you wish to ship your order pertaining to tops, to select from along with outdoor jackets among the Miu Miu Outlet Online other things and add-ons to your dependable program. By way of respected, it's designed the particular support is going to be capable of delivering a good finished product.
Miu Miu Outlet Online There are actually several additional reasons why you wish to select the best of your familiar most effective hermes online program. When you you have to be acquainted with these kind of reasons, you might swiftly discover why it's really a good plan to decide on a highly regarded Greek attire company http://www.miumiuoutletbags.com .